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ERLEBNISBericht KUNST im Garten vom 1.06.2019

ERLEBNISBericht einer ehemaligen Schülerin unserer Schule , Juliane Leischnig:

Am diesjährigen Kindertag trafen sich Groß und Klein zum Kunstfest „KUNST im Garten“ in unserer Grundschule Reichenhain. Bei schönstem Wetter erwartete die Gäste, unter denen sich auch viele ehemalige Schüler tummelten, ein buntes Programm, jede Menge kreative Highlights und ausgefallene Kunstwerke auf dem ganzen Gelände. Dabei reichte die Auswahl von lustigen Hüten, stillen Libellen auf der Wiese und Fotografie-Projekten bis hin zu farbenfrohen Leinwänden und selbst gemalten Bildern an allen Zäunen und Bäumen. Besonders beliebt war auch die Hütegallerie von Katrin Günther, die mit Kreationen wie Schlüssel-und Schlosshüten, einem Robin-HUT und einem ROT-KÄPPCHEN zu einer Modenschau für alle Träumer und Träumerinnen einlud. Weiter gab es Stände mit Keramik und Schmuck, die besonders die Herzen der Mädchen höher schlagen ließen. Für das leibliche Wohl aller Besucher und Besucherinnen war mit einem Stand des Heimatvereins Reichenhain voller Kuchen und Würstchen, mit einem Langoswagen und einer Zuckerwattemaschine gesorgt. Und auch der künstlerische Geist der Gäste war gefragt, denn auf der großen Wiese hinter der Turnhalle lud ein unübersehbares, circa 10 Meter langes Stofftuch  dazu ein, sich buchstäblich den Alltagsstress von der Seele zu malen. Übrigens konnte der aufmerksame Besucher auf dem ganzen Gelände verteilt Kunstwerke wie Getöpfertes oder Bilder entdecken, sie sogar gekauft/ersteigert werden konnten. Dabei waren alle Bilderausschnitte aus der 20 Meter langen Leinwand, auf der sich Kinder und Erwachsene beim vergangenen Kunstprojekt „KunstOffen“, wie auch in diesem Jahr, künstlerisch verwirklichen konnten. Die entstandenen Bilder wurden später von Katrin Günther und Schülern vervollständigt, ausgeschnitten, zum diesjährigen Kunstfest zum Verkauf angeboten und vereinzelt sogar gekauft. Sowohl der Erlös davon als auch die gesamte Spendensumme des Tages, unglaubliche 356,00 €, wurde dem Förderverein als Beitrag für die Anschaffung einer Nestschaukel stolz übergeben.

Aber ist Kunst nicht viel mehr als „nur“ Malerei? Und: Kann man auch ganz ohne Pinsel und Staffelei Farben erzeugen? Spätestens nach „Kunst im Garten“ sollte jeder diese Frage mit einem eindeutigen „JA!“ beantworten. Denn wer bis jetzt bei dem Begriff Kunst nur an Bilder und größere Leinwände dachte, durfte am 1. Juni noch viel mehr entdecken…

13:30 Uhr versammelten sich unter der Leitung von Sylvia Irmen die Wiesenmusikanten der Arbeitsgemeinschaft „Sing Klatsch Pfiep“ auf der Wiese im Schatten eines Baumes, um ihre ganz eigene Kunst zum Besten zu geben. Es erklangen Lieder bunt wie das Leben und bei dem Begrüßungslied, einem Kanon und den 10 kleinen Fledermäusen war Gute-Laune-Stimmung garantiert, wodurch die Schüler mit Cajon, Flöte Gesang und Klatschen natürlich auch reichlich Applaus ernteten.

Weiter ging es mit dem Gedichtsprojekt „Ich liebe dich wie Apfelmus“. Auch hier wurde den ohnehin schon offenen Mündern der Zuschauer und Zuschauerinnen keine Pause gegönnt. Das reine Kinderprogramm präsentierten stolz die Kinder der Klasse 2b, die vom Moderator bis hin zu den frechen Vögeln alles selbst in die Hand nahmen. Es waren Gedichte und Geschichten zu hören und zum krönenden Abschluss trug Siegfried Arlt, der das Projekt mit Katrin Günther initiiert hatte, den Zauberlehrling von Goethe vor.

Anschließend verschafften sich die „100 Mozartkinder“, obwohl es natürlich weitaus weniger waren, mit Geige, Trommel, Cello, Triangel und Horn Gehör. Während Mathis Stednike durch das unterhaltsame und vor allem abwechslungsreiche Programm führte, ließen die „MoKi´s“ im Kreis das begeisterte Publikum moderne und peppig, aber auch klassische Klänge ertönen, so dass jeder Musikfan auf seine Kosten kam. Während die Mozartkinder auch später noch musizierten und sogar Gesang erklang, führte der Weg des Publikums schon zum nächsten Höhepunkt: der Tanz der MIA-Gang „Happy Legs“. Mitten auf der großen Wiese hinter der Turnhalle präsentierten die 6 Tänzerinnen in strahlendem Weiß zu emotionaler Musik eine Choreografie, bestehend aus Tanz und Akrobatik. Bei so viel Eleganz geriet jedes Mädchenherz in´s Träumen, nicht wahr?

Auch nach „Happy Legs“ ging es musikalisch weiter, denn mit Gitarre und Klavier waren einige Schüler der in Reichenhain ansässigen „Musikschule Sommer“ angerückt. Und so ertönten im kühlen Musikzimmer der Grundschule unter Leitung von Martina Sommer fröhliche Lieder wie „Demons“ und „Summer wine“.

Jetzt war es endlich an der Zeit, auch den Kleinsten eine Freude zu machen. Im Schatten der alten Bäume durften sie sich gemütlich in Kissen und Decken kuscheln, um der Geschichte Poldi & Poldiline zu lauschen, die nicht nur den jüngsten Gästen ein Lächeln auf´s Gesicht zauberte. Susann Krentz erzählte gemeinsam mit den Kuscheltier-Hauptdarstellern davon, wie ein Drachen und Ente den Wusch haben, ihre eigene Wunsch-Kinder-Villa zu bauen. Dazu spannen sie alle ihre tierischen Freunde ein und lernen, wie wichtig es ist, nicht aufzugeben, sondern immer nach vorne zu schauen und zur Not auch noch mal von vorn anzufangen, um ein Ziel zu erreichen. Außerdem gelang es der Autorin, die Literatur und Malerei zu verbinden: Auf einer Staffelie zeigte sie nacheinander 20 wimmelbildähnliche, auf Leinwand gemalte Bilder, damit die Fantasie der Kinder zusätzlich angeregt wurde. Im Anschluss an die Lesung lud sie die Kinder ein, bei den Tischtennisplatten ihre eigene Traumvilla zu kreieren.

Dort hatte auch Malerin Dr. Benita Martin, ein internationaler Star unter den Dimensionsmalern ihr Lager aufgeschlagen. Sie ist Mitglied und Gründerin des „Eurovision Künstlerbund“ und bekannt als Erfinderin der 3D-Maltechnik, sowohl durch zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, aber auch durch die Skulpturen, die in ihrem Wirkungskreis Chemnitz zu finden sind.

Nach dem eher ruhigen Vorlesen übernahm „Urania-Wissen macht Theater“ die Unterhaltung der jungen Gäste und hier ging es ganz und gar nicht ruhig zu. Im Gegenteil, es wurde von Puppenspielern Thomas und Yvonne ausdrücklich darum gebeten, dem sympathischen Wilbur bei seiner Suche nach der Prinzessin mit allen Mitteln zu helfen. Und das nahmen sich die aufgeregten Zuschauer auch zu Herzen: ob wegen der Belohnung „halbe Prinzessin und ganzes Königreich“ oder bei der Suche nach geometrischen Figuren für das Prinzessinnen-Puzzle, immer hatten die Kinder eine Idee auf Lager, die sie Wilbur natürlich lautstark mitteilten. Und so bereiste dieser viele Zeiten und Länder, vom alten Ägypten über Griechenland und China in Fernost bis nach Frankreich im Mittelalter, wo er sein Rätsel endlich lösen und die Prinzessin befreien konnte.

Nun neigte sich er 100% gelungene Kunsttag unserer Grundschule schon zum Ende. Nach und nach verließen die Besucher, teilweise mit einem ersteigerten Bild unter dem Arm und ein Großteil nicht, ohne eine Spende dazulassen, das Festgelände, bis nur noch einige Organisatoren und Lehrer versammelt waren. Denn das Beste kommt bekanntlich zum Schluss, und das wollten sie sich keinesfalls entgehen lassen: der Spontanauftritt der Eltern der chilenischen Austauschlehrerin, welche derzeit an der Schule unterrichtet. Mit Gitarre und einheimischen Gesängen gaben sie dem Tag sein wohlverdientes i-Tüpfelchen, bevor der Schulalltag wieder einkehrte…

 

 

Liebe Juliane,

das Kollegium und die Mitarbeiter unserer Schule freuen sich über deinen tollen Erlebnisbericht und sprechen dir einen herzlichsten DANK aus. Mit allen deinen treffenden Formulierungen hast du den Tag in seiner Einzigartigkeit noch einmal zum Leben erweckt und gezeigt, dass es sich lohnt, stets am Kulturleben unserer Schule einen klitzekleinen Beitrag zu leisten und dabei zu sein.